Weinprobe
Toscana: Wieder auf der Höhe
3. Oktober 2004, 17:15 Uhr, arte
13. Oktober 2004, 17:15 Uhr, arte
7. März 2005, 1:40 Uhr, ZDF
16. Februar 2007, 16:00 Uhr, 3sat
Autoren: Alix François Meier, Thomas Schröder
Kamera: Tobias Albrecht
In dieser arte-Serie "Weinprobe / Vins á la carte" geht es um große und weniger große, um bekannte und weniger bekannte Winzer, Weine und Weinlandschaften in Deutschland, Frankreich und den anderem Weinbaunationen Europas: Kultur und Leben rund um die Rebe.
Bis Anfang der siebziger Jahre lag nach langem Siechtum der italienische Wein und seine Weinkultur darnieder. Weder war die Produktion in den Rebfeldern noch die Kellerarbeit auch nur annähernd auf der Höhe der Zeit. Altertümliche Maschinen, ausgelaugte Fässer und eher urtümliche Kellertechnik ließen Weine ohne Bedeutung entstehen, bezeichnend waren die nichts sagenden Chianti-Weine in den bastumflochtenen Ballonflaschen, die in den fünfziger und sechziger Jahren als malerische Kerzenständer in deutschen Partykellern standen. Italienischer Wein war als Genussmittel höchst fragwürdig geworden. Die Stunde der Wiedergeburt schlug im Jahr 1968, als der 28 Jahre junge Marchese Piero Antinori, Spross des seit 600 Jahren im Weinbau tätigen Florenzer Adelsgeschlechts, die Firma von seinem Vater zu übernehmen hatte. Mit seinem Önologen entwickelte er einen Wein aus Sangiovese-Trauben, der authentischen toskanischen Rebe, die er gegen die Bestimmungen des Weinbaugesetzes mit etwa Cabernet Sauvignon zu einer neuartigen Cuvée verband, sie im kleinen französischen Eichenfass ("barrique") ausbaute und so den Wein charakteristisch und signifikant veränderte. Der Erfolg war überwältigend, der "Tignanello" war geboren und mit ihm der erste so genannte "Super-Tuscan". Zwei weitere folgten bald darauf: "Sassicaia" aus der Maremma und "Pergole Torte" aus Radda in Chianti. Sie setzten die Welle neuer Qualität in Gang, die in das italienische Weinwunder mündete.