Weinprobe
Porto: Wieder Wildwuchs am Douro
21. August 2005, 17:15 Uhr, arte
24. August 2005, 17:15 Uhr, arte
Autorin: Steffi Illinger
Kamera: Hermann Sowieja
In dieser arte-Serie "Weinprobe / Vins á la carte" geht es um große und weniger große, um bekannte und weniger bekannte Winzer, Weine und Weinlandschaften in Deutschland, Frankreich und den anderem Weinbaunationen Europas: Kultur und Leben rund um die Rebe.
Die Stadt Porto hat nicht nur einem Land, sondern auch einem der großen Süßweine dieser Welt ihren Namen gegeben: dem Portwein, der seit Jahrhunderten in den Kellereien der nordportugiesischen Stadt lagert. Die Welt des Portweins ist recht verwirrend - unzählige Sorten, Jahrgänge und Verschnitte, unterschiedlichste Trinkempfehlungen - was für andere große Weine gilt, kann der Liebhaber beim Portwein getrost vergessen. Das fing früher schon in den Weinbergen an: an den Steilhängen des Flusses Douro wuchsen bis zu achtzig verschiedene Rebsorten wild durcheinander. Doch seit Portugals EU-Beitritt hat sich auch diese so urtümliche Weinlandschaft stark verändert: Monokulturen prägen immer mehr das Landschaftsbild. Die Kontrolle über wenige und sortenrein angepflanzte Weinstöcke gilt als fortschrittlich und modern.
Eine Ausnahme macht da Dirk van der Niepoort, Portweinproduzent in der fünften Generation - der junge Portugiese mit holländischem Pass kehrte zurück zum Althergebrachten und hat es damit international zum Starwinzer gebracht: Er setzte auf Wildwuchs in den Weinbergen, ließ die Trauben in den traditionellen Lagares wieder mit den Füßen stampfen und arbeitet bis heute mit seinem guten alten "Provador", einem Meister der Weinverschnitte. Die „Weinprobe“ versucht zusammen mit Dirk van der Niepoort einigen Geheimnissen dieses in Deutschland zwar bekannten, aber wenig getrunkenen Weins auf die Spur zu kommen.