Das Philosophische Quartett
Diktatur des Kapitals: Schlägt das Geld die Demokratie?
ZDF, Sonntag, 13. November 2005, 23:30 Uhr
3sat, 11. Dezember 2005, 13.30 Uhr
Gäste:
Dr. Hans D. Barbier, Wirtschaftspublizist
Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, Ökonom und Zivilisationstheoretiker
Es gehört zu den Basisannahmen der politischen Kultur, dass zwischen dem ökonomischen Liberalismus der kapitalistischen Wirtschaftsweise und den politischen Institutionen der freiheitlichen Demokratie ein enger, wenn nicht gar unzertrennlicher Zusammenhang bestehe. Hieraus haben Entwicklungstheoretiker die Annahme abgeleitet, mit der Übernahme marktwirtschaftlicher Wirtschaftsweisen durch autoritäre Regime werde mit der Zeit unweigerlich auch eine implizite Demokratisierungstendenz ausgelöst. Beobachtungen aus den letzten Jahrzehnten geben nun Anlass, diese optimistische Annahme zu überprüfen. Es scheint inzwischen eher, als habe sich in Asien eine neue Synthese von Kapitalismus und Autoritarismus entwickelt, die mehr und mehr auf den politischen Stil der westlichen Demokratien abfärbt.
Unter dem Thema „Diktatur des Kapitals?“ gehen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit ihren Gästen, dem Ökonomen und Zivilisationsforscher Gunnar Heinsohn und dem Wirtschaftspublizisten Hans D. Barbier in der aktuellen Runde des „Philosophischen Quartetts“ der Frage nach, warum und durch welche Vorzüge das Modell des autoritären Kapitalismus fernöstlicher Prägung inzwischen auch für den Westen eine Versuchung darstellt.