Das Philosophische Quartett
Wo endet Europa?
ZDF, Sonntag, 2. Mai 2004, 23:30 Uhr
3sat, 9. Mai 2004, 10.30 Uhr
Gäste:
Prof. Dr. György Konrad, Schriftsteller
Prof. Dr. Hans-Ulrich Wehler, Historiker
Mit den Staaten Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Litauen, Lettland, Estland, Malta und Zypern treten zum 1. Mai 2004 zehn weitere Länder der EU bei. Ist der europäische Vereinigungsprozess damit abgeschlossen? Sollte er weitergehen? Wie weit lässt sich Europa ausdehnen? Tun sich diese Länder nur noch zusammen, um gemeinsam den Zerfall Europas zu erleben? Gehört die Türkei noch dazu? Es stellt sich die Frage: Wo endet Europa?
Um dieser Frage nachzugehen, haben die beiden Philosophen und Moderatoren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski zwei Gäste in die Autostadt nach Wolfsburg eingeladen, die sich seit langem mit originellen und kontroversen Ansichten in dieser Debatte zu Wort melden: Der ungarische Schriftsteller György Konrad und der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler.
Europa ist geographisch, historisch und politisch unklar definiert, ein seltsames Gebilde, das sich immerfort neu definieren muß. Die einen wollen ein "strategisches" Europa, um die Demokratie in die islamische Welt zu tragen, oder ein Europa, das als Global Player gut aufgestellt ist im ökonomischen, politischen und militärischen Wettkampf der Weltmächte des 21. Jahrhunderts. Manche träumen von einem europäischen Reich, andere von einer Freihandelszone, wieder andere wollen in ihren Regionen, Traditionen und Nationen in Ruhe gelassen werden. Es wachsen die Ängste vor der Brüsseler Bürokratie, davor, dass die demokratische Substanz sich im Zuge der Erweiterung Europas auflöst. Die Probleme und Fragwürdigkeiten kulminieren angesichts des möglichen Beitritts der Türkei. Der Versuch, Europa zu denken, führt in ein Labyrinth. Das "Philosophische Quartett" wird versuchen, Orientierungen zu finden jenseits von kurzatmigen Plänen und Ängsten.