Das Philosophische Quartett
Leben ohne Arbeit - Krise der Erwerbsgesellschaft
ZDF, Sonntag, 16. Februar 2003, 23:30 Uhr
3sat, 2. März 2003, 10.30 Uhr
Gäste:
Prof. Dr. Peter Glotz, Medienwissenschaftler
Dr. Ernst-Wilhelm Händler, Schriftsteller und Unternehmer
Kaum ein Thema beschäftigt die Deutschen so wie die Arbeitslosigkeit. Kein Mittel scheint gegen das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen gewachsen zu sein; unverändert hält der Ruf nach neuen Arbeitsplätzen an. Und doch ist zu beobachten, dass das Ideal lebenslanger Vollbeschäftigung zunehmend aus dem Zentrum der Lebensentwürfe verdrängt wird.
Was kommt nach der Arbeitsgesellschaft? Dieser Frage wollen die beiden Philosophen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski in ihrer neuen Sendung "Im Glashaus - Das Philosophische Quartett" nachgehen. Dazu haben sie zwei Gäste eingeladen, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln Deutschlands Arbeitswelt bereits analysiert und dargestellt haben: den Medienwissenschaftler Peter Glotz sowie den Unternehmer und Schriftsteller Ernst-Wilhelm Händler.
Drei zentrale Thesen gliedern die Diskussion:
1. Zum Wirtschaftswachstum gehört notwendig wachsende Produktion von Arbeitslosen. Daß es Vollbeschäftigung geben könnte, ist die Lebenslüge der Arbeitsgesellschaft.
2. In der Arbeits- und Freizeitgesellschaft ist die Lebenskompetenz zusammengeschrumpft auf Arbeit und Konsum. Man findet keine andere Sinnquelle mehr. Deshalb ist Arbeitslosigkeit hierzulande in erster Linie kein Problem der Armut, sondern der Sinnlosigkeit.
3. Es kommt alles darauf an, soziale und individuelle Sinn-Möglichkeiten jenseits von Arbeit/Konsum zu bewahren oder neu zu schaffen. Arbeits- und Konsumkompetenz hat die Lebenskompetenz verdrängt. Es kommt darauf an, den Sinn für Lebenskompetenz wieder zu entwickeln.