Das Philosophische Quartett
Die Zukunft von Krieg und Frieden
ZDF, Sonntag, 15. Dezember 2002, 23:30 Uhr
3sat, 29. Dezember 2002, 10.30 Uhr
Gäste:
Peter Schneider, Schriftsteller
Prof. Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D.
An der Operation "Enduring Freedom" scheiden sich die Geister: Gibt es ein Recht des Westens, sich auch mit kriegerischen Mitteln zu schützen, oder darf der internationale Terrorismus nicht um jeden Preis mit Waffengewalt bekämpft werden?
Es ist ein Streit um die Frage nach dem "gerechten Krieg". Auch gerade zwischen Amerikanern und Deutschen gehen hier die Meinungen auseinander. Während Amerikaner in einem öffentlichen Brief "What we are fighting for" deklarieren, kontern Deutsche: "Eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens sieht anders aus". Jetzt greifen die beiden Philosophen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski in ihrer Sendung "Im Glashaus - Das Philosophische Quartett" die Debatte über die Zukunft von Krieg und Frieden auf. Sie haben sich dazu zwei Gäste in die Gläserne Manufaktur nach Dresden eingeladen, die aktiv an der Auseinandersetzung beteiligt sind: den Schriftsteller Peter Schneider und den Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Gemeinsam mit ihnen soll das vielschichtige Thema anhand von drei Thesen erörtert werden.
- Die Kriege der Zukunft nehmen immer mehr die Züge von Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten zwischen Staaten und Nicht-Staaten an. Sie werden dadurch zum häßlichen Krieg. Das Moment staatlicher Einhegung von Gewalt fällt zunehmend aus. Die reziproke Erzeugung von Terror und Gegenterror tritt immer unverhüllter ans Licht.
- Die Kriege der Weltmacht assimilieren sich an die Formen, die durch die Unterhaltungsmedien im Laufe des 20. Jahrhunderts eingeschliffen wurden. Im Extremfall wird der Krieg selbst zur Unterhaltung.
- Ein Zeitalter der "Weltinnenpolitik" kann es erst geben, wenn eine Ethik der starken Gegenseitigkeit Anhänger gewinnt. Jede Partei ist für ihre Feinde verantwortlich.